Gelebte Integration - ein Projekt des Religionskurses 8.1 - Haupt- und Realschule Brake

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Gelebte Integration - ein Projekt des Religionskurses 8.1

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Gelebte Integration

Der Religionskurs 8.2. besucht das Refugium e.V. in Brake, um Fragen und Vorurteilen gegenüber Flüchtlingen genauer auf den Grund zu gehen.


Ein Zeitungsartikel war schuld.

Ein Zeitungsartikel über die Misshandlung von Flüchtlingen in Burbach zum Thema „Soziale Missstände in Deutschland“ führte zunächst zu einer heftigen Diskussion im Religionskurs 8.2. Gewalt ist nicht in Ordnung, da war man sich einig. In vielen Punkten jedoch bestand Klärungsbedarf.

Weshalb flüchten so viele Menschen aus ihrer Heimat? Muss das wirklich sein? Weshalb gerade nach Deutschland? Wer bezahlt das alles? Steigt nun die Kriminalität in Deutschland? Haben die Deutschen etwas zu befürchten? Und wenn ja, was?

Fragen lassen sich am besten klären, indem man diejenigen fragt, die direkt beteiligt sind. Hier in Brake ist das Refugium der richtige Ansprechpartner in Sachen Flucht. Eine Organisation, die gern bereit ist aufzuklären und zu unterstützen. Damit stand fest: Der Religionskurs 8.2. klärt seine Fragen direkt vor Ort.

Zunächst wurden also Fragen gesammelt, die man gern stellen würde. Die Liste wurde umfangreich.
Warum flüchtete man? Was hat man auf der Flucht erlebt und gefühlt? Wie fühlt man sich nun in einem fremden Land? Wer finanziert das alles? Was nimmt man so mit?

Einige folgten der Einladung des Refugiums mit einem mulmigen Gefühl. Es würden Flüchtlinge dort sein, die sich unseren Fragen stellen. Werden sie wütend sein über unser Unwissen?

Weihnachtlich gedeckte Tische, eine große Auswahl an Getränken und Naschereien und allem voran das warme und herzliche „Willkommen“ der Mitarbeiter des Refugiums brachen aber schnell das Eis:

Nach einer kurzen Einführung durch das Team des Refugiums, schnellen bereits die ersten Finger der Schüler in die Luft.  Mit Hilfe von Übersetzern stehen zwei junge Männer aus Eritrea Frage und Antwort. Sie erzählen von der lebensgefährlichen Flucht über die Grenze, von vielen durstigen Tagen in der Sahara, von kleinen Booten auf großem Meer, von Ängsten, Schwierigkeiten, Sorgen und Sehnsucht. Einer der Männer erzählt, wie sehr er seine drei Kinder vermisst.
„Wir holen deine Familie her! Dann musst du die nicht mehr vermissen!“, ruft plötzlich einer der Schüler.

Zum Schluss wird noch ein Video gezeigt, das mit Vorurteilen aufräumt. Das versetzt endgültig den ganzen Kurs in Staunen:
Es kommen gar nicht die meisten Flüchtlinge nach Deutschland, sondern nur 0,04%!
Es stimmt gar nicht, dass uns Flüchtlinge die Arbeitsplätze wegnehmen, denn deutsche und europäische Bewerber werden bevorzugt.
1992 kamen wesentlich mehr Flüchtlinge nach Deutschland als heute!


(Texte und Bilder: Frau Wolter)

 
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